Die Geschichte des Canabis

Die Geschichte des Hanfanbaus

Die Geschichte des Canabis

Beitragvon Viktoria » Do Mai 18, 2006 10:07 pm

20 n.Chr. Hinweis in den Tung-kuan Archiven, dass während Hungersnot wilder Hanf gegessen wurde.

70 n.Chr. Neros Leibarzt Dioscorides macht Aufzeichnungen über die Anwendung von Hanfprodukten, von der Faser bis zur Droge.
Vereinzelte Berichte aus Griechenland über die berauschende Wirkung

100 n.Chr.
Plinius erwähnt Cannabis als Heilmittel für Ohrenschmerzen und als Futterzusatz für Vieh, das unter Verstopfung leidet

150 n.Chr. Schweden beginnt mit dem Hanf-Anbau

175 n.Chr. Der griechische Arzt Galen empfiehlt Cannabis als Mittel gegen unliebsames Furzen. Außerdem dokumentiert er, dass es mancherorts Sitte sei, geladenen Gästen Hanf (als Droge) anzubieten; es rufe "Ausgelassenheit und Vergnügen" hervor

220 n.Chr. Der chinesische Arzt Hua-t'o beschreibt seine erfolgreiche Anwendung einer Mischung aus Wein und Cannabis-Harz als Anästhetikum bei chirurgischen Eingriffen

280 n.Chr. Diokletian erlässt im römischen Reich eine Höchstpreisverordnung für Drogen: währenddem ein Pfund Opium 150 Denare kosten darf, ist dieselbe Menge Hanfharz (Haschisch) für maximal 80 Denare zu haben

400 n.Chr. Deutschland und England beginnen mit dem Hanf-Anbau

500 n.Chr. von Indien her breitet sich Cannabisanbau und -Gebrauch bis in die arabischen Länder aus.

512 Im "Anicia Juliana" Kodex des Dioscorides findet sich die erste botanische Zeichnung einer Hanfpflanze

565 Die Merowinger Königin Adelgunde wird in Paris in einem Gewand aus Hanftextil bestattet

750 In zwei deutschen Rezepten taucht Hanf (Hanov-samo) auf

798 Karl der Grosse macht Hanfanbau in all seinen Ländern zur Pflicht

900 Cannabis wird in den arabischen Ländern und im Mittelmeerraum als Rauschmittel verwendet

1090 Hassan I Sabbah züchtet sich in Persien eine "Terroristen"-Gruppe. Ursprung der Assassinen-Legende

800-1200 Der Hanfanbau erreicht in England seinen Höhepunkt

1200 In Zentralafrika entdecken die Einwohner die berauschende Wirkung des Hanf-Rauchs
Ismaeliten bringen Hanf nach Ägypten
Die Inquisition verbietet im 12. Jahrhundert in Spanien und im 13ten Jahrhundert in Frankreich die Einnahme von Cannabis und anderen Pflanzendrogen. Einzig der Alkoholrausch bleibt legal. Wer aus welchen Gründen auch immer die Hanfdroge konsumiert, gilt fortan als "Hexer"

1250 Beginn des Hanfanbaus in Island

1320 Erster bekannter Gebrauch von Wasserpfeifen

1378 Erster grosser Repressionsangriff auf Kiffer: Emir Soudon Sheikhouni lässt sämtliche Hanfpflanzen zerstören; den Haschern werden sämtliche Zähne ausgerissen, bevor sie eingekerkert werden.

1430 Johanna von Orléans (Jeanne d'Arc) wird von einem geistlichen Gericht beschuldigt, verschiedene "Hexenkräuter", darunter auch Hanf angewendet und daraufhin Stimmen gehört zu zu haben.

1484 Papst Innozenz VIII verkündet, dass Hanf ein unheiliges Sakrament der Satansmesse sei.

1500 Europäische Expeditionen nach Afrika schwärmen von der Drogenwirkung des Hanf. In Europa genießt der Hanf großes Ansehen; hochdosierte Berauschungen sind ein wichtiger Teil der Heilkunst

1505 Babur der Grosse, später indischer Grossmogul, beschreibt seinen Gebrauch von Hanf- und Opiumtinktur

1530-1545 Spanier führen in der Neuen Welt den Hanfanbau ein.

1533 Heinrich der VIII befiehlt Englands Bauern Hanf- und/oder Flachsanbau Zu dieser Zeit werden praktisch sämtliche Textilien aus Hanf-Leinen gefertigt, sämtliche Seile und sogar die Sehnen der gefürchteten Langbogen sind aus Hanf gefertigt.
um

1540 F: Francois Rabelais beschreibt ausführlich botanische und psychoaktive Eigenschaften von Cannabis (er nennt das Kraut "Pantagruelion").

1542 Basel: Leonard Fuchs zeichnet ein Exemplar von Cannabis sativa für sein Kräuterbuch "De Historia Stirpum", in dem er die Pflanze und deren Anwendungsspektrum ausführlich beschreibt

1549 Brasilien: Die Portugiesischen Besetzer erlauben ihren Sklaven, zwischen dem Zuckerrohr auch Hanfpflanzen anzusetzen, weil das der sklavischen Arbeit zum Wohl des Herrn förderlich sei.

1550 Der spanische Vizekönig Antonio de Mendoza verbietet "den übermässigen Gebrauch von Hanf" durch die afrikanischen Sklaven

1606 Der Apotheker Hébert pflanzt in Kanada Hanf an

1611 Jamestown: Siedler pflanzen erstmals auf amerikanischem Boden Hanf zur Gewinnung von Garnen und Seilen an

1619 Virginia: Das erste Marihuana-Gesetz Amerikas tritt in Kraft: "Den englischen, wie auch indischen Hanf betreffend, fordern wir alle Haushalte unserer Kolonie auf, die solcherart Samen vorrätig haben, diese in der nächsten Saison auszusäen." (Beschluss der Vollversammlung von Virginia)

1629 New England: Hanf wird eingeführt und mausert sich schnell zum Hauptrohstoff der lokalen Bekleidungsindustrie

1631 Hanf gilt in weiten Teilen Nordamerikas als gesetzliches Zahlungsmittel und kann sogar zum Bezahlen der Steuern verwendet werden (dies gilt bis ins frühe 19. Jahrhundert).

1632 Pilgerväter pflanzen Hanf

1637 Gerichtliche Anordnung in Hartford, Connecticut: "Jede Familie innerhalb dieser Kolonie soll sich einen Löffel voll Hanfsamen beschaffen und noch in diesem Jahr aussäen"

ca. 1690 Der Wiener Hans-Ulrich Megerle ("Abraham a Santa Clara") predigt gegen die "Bauern, so sich mit Hamf vollstopfen wie der Türck mit Opium"

16./17.Jhdt Mit der Einführung von Tabak und Kaffee, später auch durch das Aufkommen der Branntweindestillation verliert Cannabis als Droge an Bedeutung. Als Lieferant für Seile, Textilien und Öl bleibt Hanf jedoch unverzichtbar

22. Februar 1732 * George Washington, Hanfbauer und Präsident

13. April 1743 * Thomas Jefferson, amerikan. Präsident und Hanfzüchter

1753 Der Botaniker Linnaeus klassifiziert Cannabis sativa

1763 Der große Hanfverbrauch führt mancherorts zu einer Verknappung des vielseitig eingesetzten Rohstoffes. In der Kolonie Virginia werden sogar Strafen gegen jene verhängt, die keinen Hanf anbauen (bis 1767).

7. August 1765 Tagebucheintrag George Washington: "Habe begonnen, die männlichen
von den weiblichen Hanfpflanzen zu trennen ... fast schon zu spät"

um 1770 Schwerer Schlag für die Hanfindustrie wegen des Anbruchs des Dampfzeitalters. Hanfseile für das Takelwerk der Schiffe sind nun nicht mehr so gefragt.

1775 Beginn der Hanf-Industrie in Kentucky

16. März 1791 Thomas Jefferson verfasst eine Schrift gegen Tabak und für Hanf

1794 Die Erfindung der Baumwoll-Egreniermaschine versetzt der Hanfindustrie einen neuen Schlag

1798 Napoleon befiehlt seinen Soldaten während des Ägypten-Feldzuges: "Der Genuss des starken Schnapses, den einige Moslems unter Verwendung eines Krautes namens Haschisch herstellen, sowie das Rauchen der Blütenstände der Hanfpflanze, sind in ganz Ägypten verboten."

19.Jhdt. In der Schweiz hat praktisch jeder Bauernhof seinen Hanfplätz, Cannabis wird nicht nur als Tabakersatz und Faserlieferant, sondern auch auch medizinisches Hausmittelchen geschätzt und angepriesen: Harnleiden, Hühneraugen, Entzündungen, Augenleiden, Husten, Geschwülste, Brandwunden, Verbrühungen usw.
Mit der Einführung des Walöls erhält Hanföl als Lampenöl Konkurrenz

1800 Zu Beginn des 19.Jhdt. ist das Hanfrauchen in Europa weit verbreitet; der Tabak gilt noch als teure, exklusive Rauchware. Das Volk raucht "Kraut" (vorwiegend Hanf) oder "Orient", bzw. "starken Tobak" (Hanf/Tabak-Mischungen). Die Rauchsprüche aus dieser Zeit lesen sich entsprechend: "Rauch nit zuviel Orient, weil Dich sonst der Schädel brennt" "Misch nicht Orient und Bier, sonst werden Deine Träume wirr" (Inschriften auf Tabakdöschen anfangs 19. Jahrhundert)
Wegen stetiger Verbreitung des Tabaks verliert Hanf im Verlauf des 19. Jahrhunderts als Pfeifeninhalt allmählich an Bedeutung und wird zum "Arme-Leute-Kraut" degradiert (Hanf/Tabak-Mischungen werden noch bis 1925 verkauft). Anders in Bohèmekreisen und in der Oberschicht, wo Cannabis in Form von Haschisch als Vergnügungsdroge einen wahren Boom erlebt (die Schilderungen der Haschisch-Erlebnisse aus der französischen Schickeria lassen allerdings oft die Mitanwesenheit von Opium vermuten)

8. Oktober 1800 Ägypten: General Menon verbietet das Rauchen, Essen, Trinken und importieren von Cannabis

18. Jänner 1801 Ägypten: das nicht ganz 3 Monate alte Gesetz wird mangels Durchsetzbarkeit wieder aufgehoben

26. Februar 1802 * Victor Hugo, Schriftsteller, Dichte, Dramatiker, Haschraucher

12. Februar 1809 * Abraham Lincoln, Hobby-Hanf-Pflanzer und Präsident

31. August 1811 * Théophile Gautier, Gründer des Pariser "Club des Haschischins", Schriftsteller und überzeugter Cannabisliebhaber

1816 In der Villa Diodati bei Genf findet eine bemerkenswerte Literatenparty statt: Der Cannabis- und Opiumliebhaber Lord Byron, sein Leibarzt William Polidoris und die Dichter Percy und Mary Shelley erleben ein Nacht voller surrealer Begebenheiten und mystischer Halluzinationen (die Überlieferung, auf der u.a. der Film "Gothic" basiert, schweigt sich über Art und Menge der verwendeten Drogen aus, dass aber welche im Spiel waren, wird nicht bezweifelt). Percy Shelley erlebt in dieser Nacht die massivsten Halluzinationen und seine Frau Mary ersinnt ihre berühmteste Romanfigur: "Frankenstein".

1821 Tscheppe untersucht als erster die Chemie des Cannabis

09. April 1821 * Charles Baudelaire, franz. Schriftsteller und Haschisch-Esser.

11. Jänner 1825 * Bayard Taylor, Schriftsteller und Haschischverehrer

11. September 1836

* Fitz Hugh Ludlow, Schriftsteller und Cannabis-Pionier, der den Entspannungsaspekt des Bekifftseins propagierte, erblickt das Licht der Welt

1837-1901 Während der Herrschaft von Königin Viktoria gewinnt in der englischen Welt die medizinische Anwendung von Hanf ungemein an Bedeutung, es handelt sich um Viktorias Lieblingsmedikament (Monatsbeschwerden, Migräne)

1839 Cannabis wird durch den Chemieprofessor William O'Shaugnessy in der westlichen Welt als Medizin eingeführt (die "Volksmedizin" kannte das Kraut allerdings schon längst)

1840 Der Arzt Louis Aubert-Roche veröffentlicht im Anschluss an ausgedehnte Reisen durch Nordafrika ein Buch über die Bedeutung des Haschisch bei der Behandlung von Pest und Typhus
Der französische Arzt Jacques Joseph Moreau will Haschisch zur Behandlung psychisch gestörter Patienten einsetzen. Kommentar nach einem Selbstversuch: "In der Tat, es ruft ein Glücksgefühl hervor..."
Die "Ganjah Wallah Hasheesh Candy Company" stellt ein Ahornsirup-Haschisch-Konfekt her, das bald zu den beliebtesten Süßigkeiten Amerikas zählt und über 40 Jahre lang überall im Land verkauft wird

1842 In den USA wird ein besonders konzentrierter Cannabisextrakt entwickelt und avanciert für die nächsten 50 Jahre zum zweithaüfigst eingenommenen allgemeinmedizinischen Medikament. Vom Säugling bis zum Greis verwenden alle gegen die verschiedensten Bresten Extrakte, Tinkturen und Elexiere aus Cannabis. (In der restlichen Welt gehören Cannabis-Extrakte seit über 3000 Jahre zu den häufigst eingesetzten Medikamenten)
Die "Enzyklopädie der Volksmedizin" (CH) bezeichnet Hanfextrakt als "bekanntes, oft missbrauchtes Stimulans"

18. März 1842 * Stéphane Mallarmé, franz. Schriftsteller und Haschischfreund

1844 Théophile Gautier gründet im gediegenen (wenn auch leicht heruntergekomenen) Hotel Pimodan seinen "Club des Haschischins", in dem Cannabis geraucht und in Form eines Konfekts (Dawamesc) serviert.
Zu den Stammgästen gehört speziell die Literatenszene; v.a. Honore Balzac, Charles Baudelaire, Alexandre Dumas und Victor Hugo. Speziell Baudelaire und Gautier veröffentlichen in den folgenden Monaten und Jahren mehrere Texte zu den Erfahrungen im Pimodan, wobei allerdings zu bedenken ist, dass der Opiumesser Baudelaire in seiner literarischen Freiheit oftmals darauf verzichtet, zwischen den konsumierten Drogen zu unterscheiden. So gibt es mehrere Texte, in denen er Opiumwirkungen dem Haschisch zuschreibt.
Dr. Jacques Joseph Moreau gilt als wissenschaftlicher Begleiter und hat ein breites Tummelfeld für seine Studien gefunden.

1845 Dumas veröffentlicht "Der Graf von Monte Christo" und gibt darin enthusiastische Schilderungen der aphrosiasischen Wirkung von Cannabis
Ein anderer französischer Künstler, Honoré Daumier (1808-1879), lithographiert in diesem Jahr das bekannte Bild "Les Fumeurs de Hadchids" ("Die Haschischraucher").

01. Februar 1846 In der "Revue des deux mondes" erscheint Théophile Gautiers Artikel "Le Club des Haschischins"

1850 In den USA werden 8327 Hanfplantagen (Mindestgrösse 80 ha) gezählt, auf denen vor allem farbige Sklaven arbeiten

1854 Bayard Taylor veröffentlicht als erster Amerikaner einen persönlichen Erfahrungsbericht zum Haschischgebrauch
In den Rohstofflisten der Pharma-Firma Merck (Darmstadt), welche v.a. durch Morphium- und Kokainpräparate bekannt wurde, taucht erstmals der Rohstoff Cannabis auf. Cannabistinkturen stellte die Firma allerdings schon seit den 20er-Jahren her.

1855 USA: Eine Flasche Cannabis-Tinktur kostet in den Apotheken 6 Ct.

1856 Fitz Hugh Ludlow publiziert einen Artikel zum Haschisch-Essen in einem Magazin. Ein Jahr später kommt sein Buch "the Hashesh Eater" heraus und wird zum ersten Dope-Klassiker Amerikas.

30. September 1858 F: In der Revue contemporaire erscheint Baudelaires "Vom künstlichen Ideal - Der Haschisch".

nach 1859 Lampenöl auf Hanfbasis wird vermehrt durch Petroleum und Kerosin ersetzt

1792-1865 Hanf wird zum Haupterzeugnis Kentuckys; 1860 werden über 40'000 Tonnen produziert

1860-1880 In den Städten Amerikas entstehen an nobelsten Adressen immer mehr "Haschhöhlen" und Clubs, wo in gediegener Atmosphäre an Wasserpfeifen genuckelt wird.

1864 Wilhelm Busch macht sich in seiner Bildergeschichte "Krischan mit der Piepe" über den höchst halluzinogenen Rausch eines Jungen, der an Papas Haschischpfeife nuckelt, lustig

1865 Charles Ludwige Dodgson publiziert unter dem Pseudonym Lewis Carroll den literarischen Trip "Alice im Wunderland" (Dodgson trank 42 Jahre seines Lebens täglich 3.5 dl 12%ige Cannabistinktur; geraucht hat er das Dope - gemäß seiner Biographie - nur zweimal).
Die kleine Heldin der Geschichte durchwandert Welten mit seltsamen Wesen und erlebt die erstaunlichsten Veränderungen der Sinneswahrnehmung nach dem Trinken einer ominösen Flüssigkeit (aus dem berühmten "Trink-mich"-Fläschchen) oder dem Essen eines Kekses..
"Die Raupe sass mit verschränkten Armen da und rauchte genüsslich eine Wasserpfeife, als ginge sie alles um sie herum gar nichts an."
Ungeachtet der nicht gerade halluzinogengebrauchspräventiven Handlung wurde "Alice im Wunderland" zu einem der beliebtesten Kinderbücher der letzten 100 Jahre...

1868 Ägypten untersagt den Cannabiskonsum, nachdem die Hanfbauern entlang des Nils mehrfach Revolten gegen die Steuerzahlungen angezettelt hatten

1870/71 Anlässlich des Deutsch/Französischen Krieges wird das preußisch-deutsche Heer zum Großkunden der Firma Merck. Gefragt sind vor allem Morphium- und Cannabis-Präparate.

1876 Die beliebteste Attraktion an der Hundertjahrfeier Amerikas in Philadelphia ist ein türkischer Haschisch-Rauchsalon. Den Gästen wird versprochen, dass sie nach einem Besuch die Ausstellung "mit gesteigerter Freude" erleben könnten. In den folgenden Jahren werden in allen größeren Städten der USA solche Rauchsalons eröffnet (bis 1920 sind es etwa 1000).

30. Februar 1877 * Alice B. Toklas, Expertin für Hasch-Cookies

04. Oktober 1877 * Pancho Villa, mexikanischer Revolutionär und Grass-Liebhaber ('La Cucaracha')

um 1880 Mexikanische Bauern beginnen mit dem Hanfanbau

ab 1883 In schweizerischen Tageszeitungen finden sich Inserate für die Cannabis-Zubereitung "Haschisch". Als "bestes Mittel gegen Hühneraugen" (Hasch- und Haschöl-gegen-Hühneraugen-Inserate und Plakate gehören bis in die 30er des 20.ten Jahrhunderts zum helvetischen Alltag; bis 1937 bestehen praktisch alle auf dem Weltmarkt erhältlichen Hühneraugenpflaster, Muskelpackungen und Rheumasalben aus Haschischzubereitungen)
In Deutschland rührt die Firma Merck kräftig die Werbetrommel, z.B.: "Die Wirkung von Cannabis tannicum ist narkotisch und zwar beruhigend und schlaferregend, wobei keinerlei üble Nebenwirkungen auftreten, die man beim Gebrauch von Opiaten und Morphium häufig beobachtet."
Außerdem wird auf die "schönen Erfolge", die ein Dr. Karrer "bei Beruhigung aufgeregter Geisteskranker erzielt hat", verwiesen..
Anlässlich der "Internationalen Ausstellung Chemischer Präparate" in Amsterdam betont Emanuel August Merck voller Stolz, dass es Spezialität seiner Firma sei, Mittel aus indischem Hanf herzustellen und diese in die Medizin einzuführen.

Bis 1883 wurden 75-90% der weltweit produzierten Papiers aus Hanffasern hergestellt

1885 Gemäß Frachtpapieren werden im Hamburger Hafen monatlich 3.5 Tonnen Ganja (indisches Haschisch), 300 Tonnen Charas (Haschisch) und 12 Tonnen Bhang umgesetzt (Das BKA schätzt den deutschen Jahres-Verbrauch 107 Jahre später auf 200 Tonnen Haschisch; also rund 20x kleiner ein! Selbst wenn man einen Teil der damaligen Importmenge für medizinalen Anwendungen zuordnet, bleibt dennoch ein riesengroßer Brocken zur hedonistischen Verwendung übrig,- Schauergeschichten über Bekiffte sind aus dieser Zeit jedoch keine bekannt)
N.G. Klenowski's Ballett "Haschisch" wird in Moskau uraufgeführt und bemüht sich um die Visualisierung von Trance-Zuständen (es wird bald vergessen)

1889 Der englische Arzt Edward Birch setzt als erster Cannabis bei Entziehungskuren Opiatabhängiger ein

1890 Im Kanton Bern werden 401 Hektaren Hanf angebaut.

1890-1900 Führende Arzneimittelfirmen Amerikas stellen Cannabis-Tinktur zur medizinischen Anwendung her.

1890 J. Russel, der Leibarzt Königin Viktorias berichtet, dass er seit 30 Jahren erfolgreich Cannabis gegen Migräne einsetze und es in dieser Zeit sorgfältig studiert habe.
CH: Allein im Kanton Bern werden 401 ha Hanf angebaut

20. Mai 1892 * Harry J. Anslinger, berüchtigter Chef des Federal Narcotics Bureau und erbitterter Cannabis-Gegner, erblickt das Licht einer bekifften Welt...

1893 Der erste Artikel in einem Wissenschaftsmagazin über die psychischen Wirkungen von Cannabis erscheint (Science)
Das englische Parlament bildet eine Kommission, die den Cannabisgebrauch in Indien untersuchen soll

1894 Der siebenbändige Report der "British East India Hemp Drugs Commission" wird veröffentlicht

1895 Der geniale Jugendstil-Graphiker Aubrey Beardsley schwärmt in einem Brief an Oscar Wilde, dass er "alle geistige Nahrung" aus dem Cannabis-Extrakt beziehe
(Die in der Blütezeit des europäischen Cannabisgebrauchs entstandenen Jugendstil-Graphiken erleben nicht von ungefähr eine Renaissance in der Hippie-Zeit)
Merck bringt ein neues, aus blühenden Zweigspitzen des Hanfs hergestelltes "Extractum Cannabis indicae aquosum fluidum" auf den Markt und preist es als hustenlinderndes Mittel bei Tuberkulose an. Außerdem sei es ein ideales Beruhigungsmittel, speziell empfohlen zur Anwendung bei Kindern. Im Prospekt werden lobend die "die außerordentlich schätzenswerten stimulierenden und erheiternden Eigenschaften" hervorgehoben.

1896 Die rituelle Cannabis-Verehrung hat auch die Dresdener Hof-Oper erfasst: "Haschisch" wird uraufgeführt

1898 In Mexiko wird Hanf zur Volksdroge
Contra vim mortis non est medicamen in hortis
Viktoria
 
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