Cannabis beim Sohn entdeckt- möchte mich richtig informieren

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Cannabis beim Sohn entdeckt- möchte mich richtig informieren

Beitragvon tanteanke » So Sep 29, 2013 3:46 pm

Guten Tag ihr Lieben,
mein Anliegen ist folgendes... Ich war gestern in der Wohnung meines Sohnes (18), der frisch ausgezogen ist. Nun wollte ich ihm einen Gefallen tun und den Kühlschrank etwas auffüllen, lange Rede, kurzer Sinn, in der Wohnung roch es sehr eigenartig. Kurze Zeit später sah ich auch schon eine Wasserpfeife und eine Hand voll von einer grünen Substanz auf dem Tisch liegen. Bevor der Alarm jetzt zu groß wird, mein Sohn ist volljährig und darf seine eigenen Entscheidungen treffen. Ich verurteile ihn auch nicht, weil ich auf Cannabis in seiner Wohnung gestoßen bin. Ich würde lediglich gern etwas über diese "Droge" erfahren und mich damit etwas auseinandersetzen, da das Thema für mich sonst immer "tabu" war. Hierfür bin ich gerade auf der Suche nach etwas Lektüre und liebäugle [url=http://www.amazon.de/gp/product/3462039997/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&camp=1638&creative=19454&creativeASIN=3462039997&linkCode=as2&tag=01home-21] mit diesem Buch hier[/url]. Da ich aber Angst habe, dass es mir nur die schlechten Seiten aufzeigt, finde ich besonders [url=http://www.amazon.de/gp/product/3608503234/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&camp=1638&creative=19454&creativeASIN=3608503234&linkCode=as2&tag=01home-21] dieses Werk Hier[/url] noch äußerst interessant. Gerne möchte ich so einiges darüber lesen, bis ich bei Gelegenheit mal persönlich mit meinem Sohn drüber sprechen werde. Vielleicht könnt ihr mir ja die richtige Lektüre empfehlen, die es mir ermöglicht, etwas hinter diese ganze Thematik zu schauen?

Ich bedanke mich für die Aufmerksamkeit und hoffe auf etwas Feedback.

Liebe Grüße.

Anke.
tanteanke
 
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Re: Cannabis beim Sohn entdeckt- möchte mich richtig informi

Beitragvon deepdive » So Sep 29, 2013 11:18 pm

Liebe Anke,

Zunächst möchte ich die Gelegenheit nutzen um dir zu sagen, dass ich es super finde, wie du mit der Situation umgehst!! Das ist nicht selbstverständlich, denn es handelt sich immerhin nach wie vor um eine "verbotene Substanz" und es würde sich wohl jeder zunächst einmal Sorgen machen. In Österreich fällt Marihuana unter das Suchtmittelgesetz (SMG), womit der Gesetzgeber verdeutlicht, dass er von einem Suchtpotential dieser Substanz überzeugt ist. Die alles entscheidende Frage ist also, inwiefern diese Feststellung stimmen kann...wird man süchtig und zerstört man sich dadurch sein Leben?
Die Antwort darauf besteht aus zwei Teilen:

1) Es existiert bis heute keinerlei wissenschaftlich-medizinischer Beweis für eine KÖRPERLICHE Abhängigkeit. Das bedeutet, dass auch keine körperlichen "Entzugserscheinungen" belegt sind. Vom rein physischen Standpunkt verdichten sich im Gegenteil die Studien, dass Marihuana und die enthaltenen Wirkstoffe nicht nur zur Linderung von Symptomen wie Appetitlosigkeit oder Übelkeit dienen, sondern der menschliche Körper in vielen Organen (Hirn,Lunge,Leber) Rezeptoren aufweist, an denen "Cannabinoide" andocken können. Einige US-Forscher habe anscheinend auch in ersten Versuchen nachgewiesen, dass Cannabis das Wachstum von Krebszellen verlangsamt, woraufhin der medizinische Redakteur von CNN sich öffentlich entschuldigt hat, dass er medizinisches Marihuana als "nicht belegbar" bezeichnet hat. Die medizinischen Vorteile werden auch seit Jahren in israelischen Krankenhäusern mit guten Ergebnissen genutzt, da vor allem ältere Menschen sehr gut auf eine Cannabis-unterstützte Therapie reagieren.

Eine Eigenschaft, die ich dir persönlich bestätigen kann ist die Wirkung von Cannabis gegen Schlafstörungen. Ich hatte während meines Jus-Studiums oft stressige Lernphasen und konnte dann nicht sehr gut schlafen bzw. einschlafen. Dieses Problem wollte ich aber nicht mit Tabletten behandeln, sondern hab angefangen ab und zu am Abend was zu rauchen...Ich war wirklich überrascht, dass ich dadurch nicht nur gut einschlafen konnte, sondern dann auch wirklich tief schlief und erholt am morgen aufstehen konnte. Gegen Stress kann ich die Wirkung also tatsächlich nur als positiv beschreiben.

2) Die psychologische Seite ist auch unter Leuten, die selber öfters Cannabis konsumieren, wesentlich umstrittener. In der psychologischen Praxis werden sehr seltene Fälle beschrieben, wo der Konsum zu längeren Angstzuständen und in Härtefällen sogar zu Psychosen geführt hat. Allerdings gehen hier die Meinungen sehr stark auseinander, ob es rein an der Substanz liegen kann, oder ob ein zu Grunde liegendes psychisches Problem verstärkt wird. Wie gesagt sind das aber sehr seltene Fälle, die vor allem beim Jugendlichen in, oder kurz nach, der Pubertät auftreten.
Die Idee, dass Marihuana dazu führt, dass man zu einem verrückten, manischen Spinner wird, stammt hauptsächlich aus den 50er und 60er Jahren, als konservative Organisationen versuchten gegen die LSD-Welle vorzugehen und daher die Idee von Marihuana als "Einstiegsdroge" publik machten. (Ist ein echt spannendes und leider auch sehr rassistisch geprägtes Thema unserer Geschichte) Bis heute sind wir als Gesellschaft nicht fähig sachlich darüber zu diskutieren, was sehr schade ist.
Ein Problem gibt es nämlich tatsächlich und zwar die "psychische Abhängigkeit". Das bedeutet, dass für einige wenige Menschen Cannabis zum Mittelpunkt des Alltags wird. Das betrifft wie gesagt recht wenige Menschen, aber die Tatsache, dass Marihuana einTabu ist, macht es natürlich noch viel schwieriger mit positiver Motivation aus einem solchen Tief herauszukommen. Im Gegensatz zur Sucht, könnte man nämlich recht einfach wieder zu einem geregelten Tagesablauf zurückkommen, wenn nur die Möglichkeit bestünde mit seinem Umfeld offen darüber zu reden.

Dies ist eigentlich der Hauptgrund, weshalb ich für die Legalisierung bin, da ich es irrsinnig unverantwortlich finde junge Leute einem Schwarzmarkt zu überlassen, der natürlich nicht auf Qualität oder Aufklärung achtet. Ich habe selbst einen jüngeren Bruder mit dem ich lange, sehr gute Gespräche Geführt habe, damit er weiß, dass er mit solchen Themen immer zu mir kommen kann und ich net will, dass er irgendein Zeug von irgendwem kauft. Wir sind dadurch beide ein Stück klüger geworden und mein Bruder und ich verstehen uns nach wie vor besser als die meisten anderen Geschwister, die ich kenne. In diesem Sinn weiß ich, dass du und dein Sohn das auch hinbekommt und wie gesagt find ich klasse, dass du dir die Mühe machst dich einzulesen :) Das erste Buch hab ich mal angelesen. Es ist recht gut aufgebaut und spricht die meisten Themen objektiv an wodurch es also "keine Werbung für Marihuana" ist. Das zweite Buch kenn ich leider net, aber der kreative Aspekt ist natürlich auch sehr interessant!!

Wenn du noch Fragen hast...immer her damit!!
deepdive
 
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