Cannabis in der Medizin

Wie setzt die Medizin Cannabis ein

Cannabis in der Medizin

Beitragvon Viktoria » Mo Mai 22, 2006 4:44 pm

Pro und Kontra Hanf

Hauptinhaltsstoff und primär für die Rauschzustände beim Rauchen von Haschisch verantwortlich ist das Delta-9-Tetrahydrocannabinol (THC). Daneben sind noch Delta-8-Tetrahydrocannabinol, Cannabinol und Cannabidiol von Bedeutung.

Cannabinol hat aber nur eine schwache psychotrope Wirkung, Cannabidiol gar keine. Bei diesen beiden Substanzen stehen dafür die Schmerz stillenden, Appetit steigernden und Krampf hemmenden Effekte im Vordergrund, die für die medizinische Behandlung von Interesse sind.


Wirkungen

Erst mit der Isolierung des wichtigsten psychotropen Wirkstoffes, des Delta-9-THC im Jahre 1964, tauchte Hanf, also Cannabis, in der Medizin wieder auf. Bisher wurden über 60 Cannabinoide isoliert und beschrieben und deren medizinische Wirkung nachgewiesen.

THC wirkt muskelentspannend, anti-epileptisch, stimmungsaufhellend, brechreizhemmend, appetitanregend, beruhigend, schmerzhemmend, schlaffördernd, juckreizstillend, entzündungshemmend, antibiotisch, gefäßerweiternd, gerinnungshemmend und fiebersenkend.

THC senkt den Augeninnendruck und erweitert die Bronchien. Die meisten klinischen Daten liegen derzeit für die Behandlung der Multiplen Sklerose vor. Die renommierte medizinische Fachzeitschrift The Lancet betont die Bedeutung bei der Behandlung von neurodegenerativen Erkrankungen (z.B. Parkinson, Alzheimer etc.) generell und fordert, die Forschung in diesem Bereich auszuweiten.

Nebenwirkungen

Cannabis ist im allgemeinen gut verträglich und zeigt medizinisch angewandt in therapeutischer Dosierung keine körperlichen Langzeitnebenwirkungen. Akute unerwünschte Wirkungen sind Herzfrequenzbeschleunigung, Blutdruckabfall, Mundtrockenheit und Bindehautreizung.

Einige Personen reagieren auch mit Übelkeit und Erbrechen (vor allem bei extrem hohen Dosierungen). Der wichtigste Nachteil von THC bzw. Cannabisextrakten ist das Auftreten akuter psychischer Nebenwirkungen (z.B. psychotischen Zuständen), die von einem Teil der Patienten nicht toleriert werden.

Verfügbarkeit

Cannabis wie etwa Haschisch (gepresstes Canabisharz) oder Marihuana (getrocknete weibliche Blütenstände) ist zur medizinischen Heilbehandlung in Österreich nicht zugelassen.

Erhältlich sind verschreibungspflichtige Präparate mit synthetisch oder halbsynthetisch hergestellten Cannabinoiden, die österreichischen Krankenkassen sind hinsichtlich Kostenübernahme der restriktiv.
Contra vim mortis non est medicamen in hortis
Viktoria
 
Beiträge: 14
Registriert: Di Mai 16, 2006 8:32 pm
Wohnort: Irgendwo im Nirgendwo

Zurück zu Cannabis in der Medizin

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 4 Gäste

cron